Das Problem: Es ist zum verrückt werden, manchmal weiss man einfach nicht was man zeichnen soll. Die Gedanken kreisen und man kommt einfach nicht drauf und die google-BIldersuche macht einen noch Ideenloser. Diese Methode kann dir helfen, neue Ideen für Zeichenmotive zu finden.

Aufbau des Artikels: Ich gehe kurz auf die Methode ein zur Ideenfindung ein, dann bekommst du einige Anhaltspunkte, die dir bei der Wahl des Motivs unterstützen. Danach sage ich, warum Beispielbilder zu suchen nicht immer die beste Wahl zur Entwicklung eines zeichnerischen Vorhabens ist und was im Kopf dabei passiert. Zu guter letzt gibt es noch eine Möglichkeit, wie du aus dir selbst auf die richtige Idee zum Zeichnen kommst.

Wie du eine passende Idee zum Zeichnen findest:

  1. Ich verzichte hier bewusst auf Bilder als Ideengeber,
  2. Nur durch das Lesen der Begriffe und Worte sollst du auf die Idee kommen, was du zeichnen möchtest.
  3. Ein Bild soll so in deinem Kopf entstehen – und zwar frei von anderen Vorgaben.
  4. Mit dem Lesen erschaffst du in sekundenschnelle Assoziationen und durchbrichst das Kreisen deiner Gedanken.
  5. WICHTIG: Leg sofort los mit dem Zeichnen, sobald du etwas gefunden hast. Sonst fängst du wieder an zu vergleichen und suchst immer noch mehr Beispiele bis dein Fantasie wieder aufgebraucht ist.

Die Links bei einigen Begriffen führen dich zu Artikeln, die passende Zeichnungen und auch Erläuterungen in Worten enthalten, wenn du dann doch ein paar Beispielbilder brauchst, diese sind aber nur Vorschläge. Wenn du das Gefühl hast, dass dich die Zeichenvorlagen, Beispiele zu sehr beeinflussen oder dein selbstgemachten Bild im Kopf zerstören, dann laß es sein.

Menschen sind individuell: Die einen empfinden die Zeichnungen von anderen als Anregung und Inspiration, den anderen wird durch Bildbeispiele die Fantasie entzogen.

Die Systematik der Begriffe ist immer die Selbe: Hauptbegriff, dann Verfeinerung. Wenn dir schon der Hauptbegriff nicht zusagt, dann musst auch die Verfeinerung nicht lesen, sondern springst gleich zum nächsten Begriff.

Die Zeichenmotive sind wild durcheinander, damit das Gehirn angeregt bleibt. Stoppe, wenn du etwas gefunden hast und leg los.

Stichworte als Ideengeber fürs Zeichenmotiv

Frage: Was soll ich zeichnen – 25 Ideen in Worten

Pflanzen: Bäume mit Laub oder tote, gruselige Bäume mit viel Schwarz. (Bäume und Sträucher zeichnen)

Linien: horizontal oder vertikale Linien. Von Hand gezeichnet ergibt sich jedes mal ein anderes Bild. Überkreuze die Linien auf vielfältige Weise

Häuser: futuristische Hochhäuser mit grünen Balkonen, Altbau mit Stuck, Gartenhäuser im Garten, Holzhütten im Wald. (Buch Gartenhäuser zum Nachzeichnen oder Ausmalen)

Explosionen: große mächtige Explosionen oder kleine Verpuffungen, hier kannst du richtig Dynamik in die Zeichnung bringen

Schraffieren: Ein ganzes Bild, das nur aus Schraffuren, Strichschraffur, Kreuzschraffuren, überlagerte Schraffuren – Abstrakt (schraffieren lernen)

Blumen: Ranken oder Blüten oder Ranken mit Blüten, ganz fein gezeichnet oder nur skizziert. (Ranken zeichnen)

Rahmen: dicke oder dünne Rahmen, mit Schwung und Bögen oder nur aus Punkten und Strichen. Setze ein Wort oder einen Slogan in den Rahmen (Umrandungen und Rahmen zeichnen)

Landschaften: Berge mit Sonnenaufgang, Bucht mit Hügeln, eine Wiese mit Blumen und Bäumen. Landschaften zeichnen geht auch ganz einfach mit ein paar Strichen. Verfeinern kannst du immer noch.

Zebra-Muster: mit langen dünnen oder dicken Linien mit 50% der Gesamtfläche in Schwarz

Sterne: wenige spitze lange Zacken oder viele kleine Zacken, unregelmäßige oder regelmäßige Aufteilung und Länge der Zacken, Nachthimmel mit ein paar großen und vielen kleinen Sternen. Sterne Zeichnen bietet mehr Vielfalt als man meinen sollte.

Herzen: die herzen können verziert sein, krumm oder ganz und gar symmetrisch gezeichnet, Liebesglück oder gebrochene Herzen, einfache oder doppelte Herzen. (Herz zeichnen und verzieren, viele Beispiele)

Kritzelei: ein Bogen mit immer wieder erweitern mit allen möglichen Mustern, die der gerade in den Sinn kommen

Kugeln: aufgefüllte Kugeln oder am Rand verzierte Kugel, Kreise gefüllt oder nur mit verziertem Rand. Erstaunlich was man aus einem einfachen Kreis als zeichnerisch darstellen kann. Die Ideen sind mit der Vorlage schnell skizziert.

Benutzte Büroartikel: Zeichenutensilien, gebrauchter Radiergummi, angeknabberter Stift, Füller in seinen Bestandteilen, zerbrochenes Lineal, zerknicktes Heft.

Muster: Alle möglichen abstrakten Muster mit Punkten, Linien, Zickzack, Wellen etc. Viele Beispiele im (kreativen Musterbuch zum selbst Gestalten)

Menschen: wenn es schnell gehen soll, dann nimm Strichmännchen, die ergendetwas tun, Yoga, Fußball spielen, Boxen, Laufen…

Emotionen: Je nachdem was du kannst echte Gesichter oder Smilies in allen möglichen Spielarten. 100 Smilies auf einem Blatt sind auch beeindruckend.

Tiere: kleine süße Katzen, fauchende Löwen oder einen bedrohlichen aufrecht stehenden Bären bis zum urzeitlichen Fantasydrachen.

Hast nun etwas gefunden was du zeichnen möchtest? Wenn nicht, dann lies dir weitere Ideen durch.

Pfeile: von einfachem Pfeil mit Spitze und Federende oder doppelt und in 3D, gebogen oder gerade. Alle in eine Richtung zeigend oder einem Pfad folgend. (Wie du Pfeile zeichnen kannst)

Spiralen: Spiralen ganze einfach oder mit 5 Umkreisungen, konstanter Abstand oder wachsender Abstand. (Kringel und Spiralen von Hand zeichnen)

Eier: geschmückte und verzierte Ostereier oder Ornamente auf der Ellipse

Buchstabenbilder: Schreibe deinen Namen und riesigen Buchstaben und schmücke die aus, gerader Schnitt oder kursiv, mit Schnörkel oder ganz clean

Punkte: 101 Dalmatiner Punktemuster mit kleinen und großen Punktemuster. Jede neue Anordnung gibt ein neues Muster.

Weltraum: Planeten, Galaxien, Sonne, Mond und Sterne zeichnen macht viel Freude

Die Kategorie-Übersicht „Muster zeichnen“ nur mit angedeuteten Bildern kann schon ein Ideengeber sein, damit du dein Zeichenthema findest.

Nochmal: Warum manchmal Worte die bessere Inspirationsquelle für Zeichner sind.

Drei Probleme können sich mit vorgegeben Bildern als Ideengeber für den Zeichner ergeben

Einengung und Begrenzung der Fantasie.

Beispiel: Man kennt das von einer Geschichte, die man als Buch gelesen hat und als Film angeschaut hat. Klar manchmal ist der Film großartig umgesetzt. Oft ist man aber enttäuscht, weil die schöne Welt, die man sich selbst während des Lesens ausgedacht hat so gar nicht mit der Vorstellung des Regisseurs übereinstimmt.

Was im Kopf passiert: Durch das Lesen erzeugst du aber deine eigenen Bilder, wie die Hautptpersonen aussieht, wie die Landschaft aussieht usw. Wenn du damit glücklich bist, dann ist doch alles O.K. Filme können auch beeindrucken, aber wenn du Story weiterspinnst, dann kannst du fast nur mit den vorgegeben Bildern arbeiten. Da ist dann bald Schluß mit der freien Assoziation.

Folge: Wenn du dir die Bilder anschaust und sie dir einfach nicht gefallen, dann nimmst du sie nicht mehr als Inspiration war, sondern als Ideenvernichter. Du hast also nun so viele Möglichkeiten gesehen, wie du die Idee zeichnerisch eben NICHT umsetzen möchtest, dass du denkst die Idee an sich ist „doof“. Also läßt du es ganz bleiben

Angst vor dem perfekten Beispiel

Beispiel: Du würdest gerne ein Gesicht zeichnen. Es gibt ganz großartige Zeichnungen von Gesichtern und Mimiken, die eine hohe Emotionalität ausdrücken und schon fast fotorealistisch gezeichnet sind.

Was im Kopf passiert: Wenn du aber noch nicht so gut Gesichter zeichnen kannst, dann siehst nur die Perfektion des anderen. Du weißt, dass du das, was dir besonders gut gefällt jetzt gar nicht erreichen kannst.

Du verspürst nicht nur Hochachtung vor dem zeichnerischen Können des Künstlers, sondern eine ungesunde lähmende Unvollkommenheit deiner Leistung. Der andere wird zum König. Bervor du überhaupt angefangen hast bist du vollkommen verspannt.

Folge: Du realisierst in sekundenschnelle, dass du das Motiv so schön oder realitätsnah niemals wirst zeichnen können. Du kommst auch gar nicht mehr auf die Idee, dass der andere vielleicht Wochen, Monate oder Jahre gebraucht hat, um so detailliert und wohl proportioniert zeichnen zu könnnen. Für dich macht schon das Anfangen keinen Sinn mehr. Du ahnst, dass das bei anderen Motiven auch so sein wird, also legst du für heute den Stift desillusioniert weg.

Lesenswert zum Thema wie Perfektion einen beim Zeichnen hemmen kann. Eine Selbsterfahrungsbericht:

Für den Start – Verringerung der Hemmschwelle – Zeichnen von Portraits in der S-Bahn (machdenerstenschritt.net)

Andreas Lehner

Zuviel Auswahl: du kannst dich nicht für ein Motiv entscheiden

Beispiel: Heute kann man sich über die google Bildersuche Tausende konkrete Bilder, Zeichnungen oder Skizzen zu einem Thema anzeigen lassen. So viel Informationen wie noch nie stehen einem zur Verfügung. Ein Beispiel ist besser als das andere zum Nachzeichnen geeignet.

Was im Kopf passiert: Du schaust dir ein Bild an: Super, scrollst aber schon weiter und wieder bist du begeistert. Du kommst aus dem Scrollen gar nicht mehr raus und springst irgendwann von einem Motiv zum nächste. Du legst also ein typisches Surfverhalten an den Tag.

Folge: Nach 1,5 Stunden voller fantastischer Beispielbilder, die du alle zeichnen könntest hast du dich aber immer noch nicht entschieden und aus der urspünglichen anvisierten Katzenzeichnung ist eine Landschaftszeichnung geworden. Du hast also 1000 Ideen gefunden und weißt noch viel weniger als vor der Recherche was du nun zeichnen sollst. Außerdem hat dich das Surfen so müde gemacht, dass du sowieso erst mal eine Pause brauchst.

Zeichnen: Ideen finden ohne Nachdenken

Wenn du aber weder Worte lesen möchtest, oder eigentlich doch jetzt gar nicht so viel nachdenken möchtest, dann nimm dir mein kreatives Musterbuch (Einfach Muster zeichnen mit vielen Beispielen) zur Hand und schlag willkürlich eine der Seiten auf – und schon weißt du, was du zu tun hast. Das ist wie würfeln nur viel kreativer.

Das Kreativbuch Kannst du mit ins Hotel nehmen, damit du dich dort nicht langweilst. Wenn dein Arbeitstag in der Ferne recht anstrengend war, dann hast du vielleicht keine Lust mehr, viel nachzudenken. Du möchtest einfach nur vor dich hin zeichnen oder kritzeln, dann ist es dann ganz gut, ein paar Vorlagen direkt vor der Nase zu haben.

Doch ansonsten gilt: selbst ist die Frau / der Mann

Sei selbst der Ideengeber für deine Zeichnung!

Kritzeln: Nimm ein Blatt Papier und schreib einfach Wörter auf, die dir in den Sinn kommen und kritzele um die Wörter herum, irgendwann kristallisiert sich die Idee heraus, was du zeichnen möchtest.

Nimm die Worte als Inspiration für das nächste Wort, untersteiche doppelt und wenn ein besseres kommt dann 3 fach oder umrahme es mit Wellenlinien.

Stoppe sofort mit dem Brainstorming, wenn du etwas gefunden hast. Leg den Zettel mit der Ideensammlung weg und fang mit dem ersten Strich an deine Idee umzusetzen. Dann zeichne den nächsten Strich bis es von selbst läuft.

In diesem Artikel habe ich eine Lösung skizziert, die für diejenigen Gedacht ist, die einfach nicht zu recht kommen, wenn sie sich Beispielbilder ansehen. Was soll ich bloß zeichnen ist eine viel gestellte frage.

Es ist aber auch für professionelle Zeichner manchmal hilfreich nur mit Worten zur Ideenfindung zu kommen, damit sie mal etwas neues ausprobieren. Bilder beeinflußen jeden, auch den Profi.

In diesem Sinne: Einfach kreativ sein – aus Worten entstehen Gedankenbilder, daraus entstehen eigene Zeichnungen.


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