Wie muss eine Zeichnung sein, damit sie die Gefährlichkeit der Pflanzen und der Natur betont? Kurz zusammengefasst: Die Gefahr ist spitz, als könnten oder wollten uns die Pflanzen aufspießen. Vorn Farbe reden wir hier nicht – jetzt geht es um Schwarz-Weiß-Zeichnungen. Somit sind die Formen entscheidend.

Pflanzen mit spitzen Formen suggerieren Gefahr

Gefährliche Pflanzen Zeichnung in schwarz-weiß
Gefährliche Pflanzen zeichnen in Schwarz-Weiß – Die Sujets könnten aus einem Hexenwald stammen.

Spitze, massiven, geneigte Äste und Baumstümpfe machen Angst. Das typische Gruselkabinett von Spinnweben hilft auch, eine bedrohliche Stimmung aufzubauen.

Viele Menschen haben Angst vor oder fühlen sich Unwohl in der Nähe von Spinnen. Nur wenige haben Sie als Haustier.

Alte tote Bäume ohne Blätter sagen dem Betrachter, dass hier mit der Natur etwas nicht stimmt. Wenn die Natur schon nicht mehr mit der Umgebung klarkommt, dann kommt es der Mensch auf Dauer auch nicht.

Hier habe ich einige Bäume und Sträucher gezeichnet – ein toter Baum ist auch dabei.

Beim Zeichnen einer gefährlichen Landschaft mit bedrohlichen Pflanzen muss man mit den Urängsten der Menschen ein wenig spielen. Das ist doch das, was den Erfolg aller Gruselfilme ausmacht. Nur haben wir hier keine musikalische Untermalung als Hilfsmittel. Die Zeichnung muss für sich sprechen.

Dickicht und verschlungen Pflanzen machen uns Angst

Wilde Natur gezeichnet mit Tuschestift - kreativbuecher4you von Alexander Venn
Wilde Natur gezeichnet mit Tuschestift

Verschlungene Pflanzen wirken auch ein wenig oder sogar sehr bedrohlich, weil sie uns nicht hinauslassen, wenn wir mal drinstecken. Der Dschungel ist ohne Machete undurchdringlich.

In einem Pflanzendickicht verlieren wir die Orientierung. Die Zeichnung der verworrenen Pflanzen, Äste und Lianen führt uns vor Augen, dass es uns Menschen schwerfällt in diesem Gebiet unseren Weg zu finden.

Zeichnung von Gegensätzen: Spitze Bäume und gekrümmte Gänseblümchen

Eine zeichnerisch ebenfalls wirksame Methode um eine gefahrvolle Flora zu zeichnen ist es, mit Gegensätzen zu arbeiten:

Zeichne neben einem toten Baum mit abgebrochenen Ästen ein paar runde, weiche Gänseblümchen mit hängenden Köpfen. Dadurch zeigen wir, dass der tote Baum seine Umgebung negativ beeinflusst.

Eine an sich runde und weiche Pflanze mit unüblichen Spitzen ist befremdlich

Dazu könnt ihr euch den Beitrag zum Zeichnen von Pflanzen und Ranken anschauen. Nehmt diese Beispiele und zeichnet sie verfremdet nach. Fügt ein paar Dornen oder Verschlingungen und tote wirkende Äste dazu und schon wird das ganz sehr gefährlich.

Man kann das durchaus mit dem sehr beliebten Sujet des bösen Clowns in Psychofilmen gleichsetzen. In unserem Beispiel wäre das ein liebliches Gänseblümchen mit langen und spitzen Dornen. So hübsch und doch so gefährlich.

Abweichungen vom Normalen sorgen auch in Zeichnungen immer erst einmal für ein Stutzen. Wir, die Betrachter können die Pflanze nicht sofort einschätzen. Das ist schon ein erstes Anzeichen von möglicher Gefahr. Uneindeutigkeit ist also auch schon ein Stilmittel, wenn wir dann hier und da noch ein paar Dornen, schwarze Flächen oder einen dunklen Hintergrund einfliessen lassen. Dann haben wir unsere gefährliche Pflanzenwelt gezeichnet.

Wo kommt die Kunst der Zeichnung von gefährlichen Pflanzen zum Einsatz?

In Illustrationen vom bösen Hexenwald in den alten Märchen.

In den neuen Fantasy Geschichten werden die Elfenwälder oder die verdorrten toten Landschaften bei den Orks wundervoll bedrohlich gezeichnet.

Auf Science-Fiction Bildern werden gerne fremde Welten dargestellt. Die Bedrohung auf einem Alienplaneten geht gerne auch von der sehr gefährlichen und unberechenbaren Natur aus. Alles kann einen fressen oder die Schutzhüllen durchbohren. Der Fantasie sind keine Grenzen gesezt.

In diesem Sinne: Sei einfach kreativ.


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