Muss Mal- und Zeichenpapier immer teuer sein? In meinen Beiträgen sage ich immer, dass ihr auf Qualität achten solltet. Es gibt auch hochwertige, weil zweckorientiert, günstigere Lösungen.

Der Zweck bestimmt den Papierpreis

Wenn ihr vorher wisst, dass ihr jetzt eine Menge Zeichnungen mit dem Tuschestift oder Fineliner anfertigen wollt, dann müsst ihr nicht euren teuren Skizzenblock nehmen, auf dem man sowohl zeichnen, als auch aquarellieren kann.

Es kann nämlich sein, dass euch der Preis des Papiers hemmt, wirklich kreative neue Ideen auszuprobieren, daher stelle ich euch diese guten Alternativen vor.

Wenn man etwas Neues malt oder zeichnet, dann ist das stets auch ein Experiment und Versuche gehen auch mal daneben. Das macht nichts und gehört zum kreativen Arbeiten dazu.

Papiere zum Zeichnen

Zum Zeichnen mit Tuschestiften kann ich eindeutig die 500 Blatt Color Copy Packs von “mondi” mit 80 oder besser 100 g/m² empfehlen. Das ist günstig und wunderbar glatt. Für Geburtstagskarten würde ich sogar das 160 g/m² Papier bevorzugen.

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Das Zeichnen mit wasserfesten Finelinern (Testbericht über 5 Marken) ist auf diesem Papier eine Freude. Beim 160er Papier kann man das Bild hinterher auch schön einrahmen. Das 160er können die meisten Drucker noch einziehen, wenn du einen Mix aus gedrucktem Text und eigener Zeichnung anfertigen möchtest.

Einfache Skizzenblöcke für unterwegs für Tuschestifte oder Zeichnen mit dem Fineliner:

Ganz eindeutig arbeite ich am liebsten mit den Clairefontaine blanko Spiralblöcken, wenn ich unterwegs bin. Das Papier ist traumhaft glatt und die Tuschestifte von Faber Castell funktionieren darauf ganz hervorragend.

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Achtet bitte genau darauf, dass auch blanko in der Beschreibung steht. Es gibt diese Spiralblöcke auch in A4 oder im kleinen A6 Format.

Papier zum Zeichnen mit Buntstiften und Bleistiften

Für Buntstifte ist ein weniger glattes Kopierpapier besser. Eine leichte Textur sorgt dafür, dass der Farbabrieb leichtgängig ist und somit genug Farbe auf dem Papier bleibt und dennoch eine voll bemalte Oberfläche erzielt wird. Eine zu starke Textur, wie bei Leinwandähnlichen Aquarellpapieren, hingegen gibt zumeist unerwünschte Effekte.

Zumeist sage ich, weil die groben Effekte manchmal, insbesondere bei mixed media, zum Beispiel die Mischung aus Aquarell- und Buntstifttechnik, erwünscht sein kann. Dazu am Ende des Beitrags noch mehr.

Für Buntstifte könnt ihr es gerne mal mit normalem, also nicht extra glattem 80er 100er oder 120 g/m² Kopierpapier probieren. Es gibt auch 160g/m² Papier im 250er Pack. Das ist weitaus günstiger als im Spiralblock.

Sehr gut eignen sich Sketch-Blöcke zum Zeichnen mit Buntstiften. Ich habe hier gute Erfahrungen mit den Sketchblöcken von Clairefontaine gemacht, aber da musst du einfach ein wenig herumprobieren, was dir zusagt.

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Eine Grammatur von 90 g reicht normalerweise, aber 125 g schon schön zum Zeichnen. Aber das ist Geschmackssache und auch eine Frage, ob man nicht doch noch mit anderen Farben möglicherweise nachkolorieren möchte.

Die Wahl des richtigen Papiers ist wichtig. Neben den offensichtlichen Aspekten, dass die Malmaterialien zueinander funktional passen müssen, musst du dich mit dem Papier wohlfühlen, das Anfassen, die Tönung des Papiers, die Körnung, bis hin zum Geruch, all das spielt auch eine Rolle.

Papier zum Aquarellieren

Zum Aquarellieren kann man für gutes Aquarellpapier sehr viel Geld ausgeben. Wenn du VIEL & SCHNELL arbeiten möchtest, dann ist das Herlitz Aquarellpapier eine gute Wahl.

Einfaches und günstiges Aquarellpapier

Herlitz 495457 Aquarellpapier, Aquarellkarton, A4, 150 g/qm, 20 Blatt 3 Stück
  • Aquarellpapier, 150g/m² weiß
  • 20 Blatt
  • Studienqualität
  • rauh
  • 3 Stück

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Das Papier gibt es auch im 6er oder 12er Pack auf der Detailseite.

Das Aquarellpapier von Herlitz im Block hat eine Grammatur von 150 g/m². Es damit dünn, aber eben auch leicht und flexibel, was auch ein Vorteil sein kann.

Aquarell Buntstifte funktionieren gut auf diesem günstigen Aquarellpapier.

Man kann auch mit dem Aquarellkasten sehr schöne Ergebnisse auf dem Papier erzielen, wenn man nicht mit extrem viel Wasser arbeitet.

Ja, das Papier wellt sich stärker, wenn du sehr nass aquarellierst. Die Aquarellblätter sind auch nur auf einer Seite im Block fixiert. Für den einen oder anderen ist das eine wichtige Information, bei dem Preis aber auch nachvollziehbar.

Für gutes 300g Aquarell-Papier musst du sonst mit dem 2 bis 3 fachem Preis rechnen. Dafür wellt sich das Papier nicht oder deutlich wenig, wenn du mit viel Wasser arbeitest.

Dickes und teures Aquarellpapier trocknet nicht so schnell durch, das heißt, du kannst die Farbfläche länger bearbeiten. Und es ist auch an beiden Seiten im Block fixiert. Alles hat seine Vor- und Nachteile.

Das hochwertiges und hochweißes Aquarellpapier

Sehr gute Erfahrungen habe ich mit dem hochweißen Aquarellpapier von Canson gemacht. Sowohl in der A5, als auch in der A4 Größe

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Ich war sowohl mit dem Canson 250er als auch mit dem 300 g/m² Papier sehr zufrieden. Der Spiralblock ist für unterwegs praktischer und natürlich noch etwas robuster.

Auf diesem Papier funktionieren Aquarellmarker (Filzstifte, sie sich mit Wasser zu einer Aquarellfarbe mischen lassen) wunderbar. Aquarellmarker funktionieren auf normalen Papier nicht, weil die Farbe sofort eindringt und sich dann nicht mehr löst.

An 4 Seiten rundum geleimtes Aquarellpapier

Wenn ihr mit viel Wasser, also sehr nass aquarelliert, dann ist ein rundum geleimter Aquarellblock vorteilhaft, damit so wenig wie möglich ungewollt verläuft.

CANSON Héritage Aquarellblock rundumgeleimt, 31 x 41 cm, 20 Blatt, 300 g/m², Feinkorn
  • Aquarell-Papier zur professionellen Anwendung aus 100% Hadern in 300 g/m²
  • Auf dem Rundsieb hergestellt mit feinkörniger Oberfläche
  • Papier mit langer Offenheitsdauer und veganer Oberflächenbehandlung
  • Leicht zu korrigieren
  • Format des rundumgeleimten Aquarellblocks: 31 x 41 cm mit 20 Blatt

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Das Héritage Papier von Canson ist absolut hochwertig. Der ca. A3 Block bietet eine hohe Sicherheit beim Aquarellieren, wegen der Rundumverleimung. Der hohe Preis ist gerechtfertigt, wenn man es braucht.

Am Rande: Für zwischendurch ist vielleicht sogar ein Malbuch mit Aquarellpapier eine interessante Erfahrung. Ich habe es getestet und war von der Qualität überrascht.

Papier für Acryl- und Ölmalerei:

Acryl- und Ölmaler benötigen ein noch strapazierfähigeres Papier. Leinwandpapier oder spezielle Öl- und Acrylpapiere, die eine hohe Aufnahmefähigkeit für die schweren Farben bieten, sind hier die beste Wahl. Diese Papiere verhindern das Durchsickern der Farbe und bieten eine stabile Oberfläche.

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Wer wirklich ganz am Beginn anfangen möchte, der kann auch einen A4 Leinwandblock kaufen. Der Vorteil, so kann die Leinwand mit dem Weiß bestrichen werden, das man haben möchte und erst dann sein Motiv mit Acryl- oder Ölfarbe draufmalen. Zumeist, wie bei Clairefontaine gibt es den Leinwandblock auch in satiniert weiß.

Natürlich könnt ihr euch schon fertige Leinwände relativ günstig bei Amazon oder bei Nanunana kaufen. Aber diese sind immer noch deutlich teurer als Leinwandpapier im Block zu kaufen.

Außerdem ist der Druck größer, ein “gutes” Bild anzufertigen. Das bedeutet in der Regel, dass man nur das malt, was man eh schon kann. Der eigenen kreativen Entfaltung sind damit im Kopf Grenzen gesetzt.

Zudem nehmen die Rahmen deutlich Platz weg, wenn man noch nicht weiß, ob man die fertigen Kunstwerke wirklich aufhängen möchte.

Nochmal zusammenfassend, die Grundlagen zur Papierauswahl

Bevor du dich für ein Papier entscheidest, solltest du einige grundlegende Eigenschaften verstehen, wie Gewicht, Textur und Säuregehalt. Es geht immer darum, die Papiere miteinander zu Vergleichen.

Papiersorten zum Malen und Zeichnen im Vergleich
  • Das Gewicht des Papiers, gemessen in Gramm pro Quadratmeter (g/m²), gibt an, wie dick und strapazierfähig das Papier ist.
  • Die Textur des Papiers kann von glatt bis rau variieren, was sich auf die Aufnahme von Farbe und die Feinheit der Zeichnung auswirkt.
  • Der Säuregehalt ist ebenfalls wichtig, da säurefreies Papier länger haltbar ist und Ihre Kunstwerke vor dem Vergilben schützt.

Jede Mal- und zeichentechnik bewirkt auf jedem Papier jeweils ganz eigene Effekte.

Das “falsche” Papier für diese Stiftart – Beispiel von Buntstift auf Aquarellpapier

Vorab: das falsche Papier ist nur dann falsch, wenn der Effekt nicht erwünscht ist.

Welche Effekte können sich ergeben, wenn man mit Buntstiften auf Aquarellpapier zeichnet und malt?

  1. Textur und Tiefe: Die grobe Körnung des Aquarellpapiers sorgt dafür, dass die Buntstiftfarben nicht gleichmäßig auf der Oberfläche haften. Dies führt zu einem texturierten Effekt, der deinem Werk zusätzliche Tiefe und Dimension verleiht.
  2. Varianz in der Farbintensität: Da die Buntstiftpigmente in den Vertiefungen des Papiers unterschiedlich stark haften, entstehen Variationen in der Farbintensität. An manchen Stellen wird die Farbe kräftiger und an anderen Stellen leichter erscheinen. Dies kann besonders bei Schattierungen und Farbübergängen interessant wirken.
  3. Unregelmäßige Linienführung: Die raue Textur des Papiers kann dazu führen, dass Linien mit dem Buntstift nicht so glatt und kontinuierlich wie auf glattem Papier sind. Dies kann deinem Bild einen skizzenhaften, organischen Charakter verleihen.
  4. Verschmelzungseffekte: Wenn du leichtere Striche verwendest, kann das raue Papier dazu beitragen, dass die Farben leichter miteinander verschmelzen, was zu einem subtileren, gemäldeartigen Effekt führen kann.
  5. Herausforderung bei Detailarbeit: Feine Details können aufgrund der unebenen Oberfläche schwerer zu erreichen sein. Dies kann für Arbeiten, die sehr präzise Linien oder feine Details erfordern, eine Herausforderung darstellen.
  6. Erhöhter Verschleiß der Stifte: Die raue Textur des Aquarellpapiers kann die Spitzen der Buntstifte schneller abnutzen, was bedeutet, dass sie öfter gespitzt werden müssen. Insbesondere bei weicheren Buntstiften, wie den Polychromstiften von Faber Castell merkt man das. Dafür vermischen sie sich aber besser. Das ist dann der Preis für den Effekt.
  7. Einzigartige Mischmöglichkeiten: Aufgrund der Textur des Papiers kannst du mit verschiedenen Techniken experimentieren, um Farben zu mischen und Schattierungen zu erzeugen, die auf glattem Papier so nicht möglich wären. Auch hier gilt, Farben lassen sich besser mischen, wenn wir von weichen Buntstiften reden.
  8. Erhöhter Druckaufwand: Du musst möglicherweise mehr Druck ausüben, um sicherzustellen, dass die Farbe in alle Vertiefungen des Papiers eindringt, was zu einem intensiveren Arbeitsprozess führen kann. Das kostet auch ein wenig Zeit.

Die Liste ist sicherlich noch erweiterbar, aber das zeigt deutlich, dass es im Grunde kein falsches Papier gibt, sondern nur, ob das Papier das richtige ist, für die Effekte, die du haben möchtest. Es ist aber sinnvoll, sich an die Richtwerte zu halten und für Aquarellfarben auch Aquarellpapier zu verwenden, wenn man sich noch nicht so gut auskennt.

Es ist also relevant die Papiere zu vergleichen, um für sich selbst das beste beziehungsweise spannendste Mal- und Zeichenpapier auszuwählen.

Wenn man ein ganz anderes Papier für die die Farben verwendet, kann man zu dem Trugschluss kommen, dass die Farben nicht so brillant sind wie versprochen, oder auf dem Papier nicht so gut haften wie gedacht, oder dass sie überhaupt nicht verlaufen und so weiter. Das frustriert. Kreativität soll aber Spaß machen, daher: achtet auf die Wahl des Papiers.

Das Aussuchen von Papieren ist auch ein Experimentieren

Es ist sinnvoll einmal mit euren aktuellen Lieblingsstiften und Farben auf allen möglichen Papieren zu Malen, Zeichnen oder Skizzieren. Nur so könnt ihr das richtige Papier für euch aussuchen und vielleicht günstigere Alternativen entdecken.

Unberechenbar: Hochglanz beschichtetes Chromoluxpapier ergibt mit Aquarellfarben ganz besondere optische Effekte, aber es dauert ewig, bis es mal getrocknet ist.

Kreativsein heißt auch, mit neuen Untergrundmaterialien wie Papieren zu spielen.